Düsseldorfer Stadtgeschichte entdecken
Ihr wohnt gerne in Düsseldorf? Wir auch 😊 Aber was wisst ihr eigentlich über die bewegte Geschichte unserer Stadt? Im Herbst könnt ihr auf Entdeckungsreise gehen und an vielen Orten die Geschichte der Stadt entdecken. Zum Beispiel in der Altstadt, oder am Rheinufer, wo alte Gebäude und neue Stadtentwicklung aufeinandertreffen. Welche Plätze in Düsseldorf verbergen spannende Geschichten? Wir haben ein paar Tipps für euch …
1. Wo alles begann: Burgplatz, Düssel und das Stadterhebungs-Monument

Der Burgplatz mit Schlossturm und Rhein ist der Anfangspunkt um auf die Stadtgeschichte zu schauen: Hier, wo Fluss und Siedlung zusammentreffen, geht man durch die ältesten Straßen der Stadt. Ganz in der Nähe, an der Düssel, steht das einzigartige Stadterhebungs-Monument des Künstlers Bert Gerresheim, das wichtige Szenen aus der Stadtgeschichte zeigt. Die lebensgroße Bronze-Collage zeigt dramatische Szenen, wie die Schlacht bei Worringen von 1288, in der die Bewohner von Köln und Düsseldorf gemeinsam gegen den Erzbischof von Köln kämpften und siegten. Diese Schlacht war eine der bedeutendsten mittelalterlichen Kampfhandlungen im Rheinland und das mutige Engagement der Düsseldorfer führte dazu, dass das kleine Dorf am Rhein überraschend die Stadtrechte erhielt.
Damit begann der Aufstieg Düsseldorfs von einer kleinen Siedlung hin zu einer bedeutenden Stadt. Fortan durften nicht nur Zölle erhoben werden, die Grafen von Berg – für die die Düsseldorfer in die Schlacht gezogen waren – machten den Ort rasch zu ihrer befestigten Residenzstadt. Die plastischen Bilder des Stadterhebungsmonuments zeigen auch diese geschichtlichen Höhepunkte wie in einem Bilderbuch zum Anfassen. Geht hin und schaut es euch selbst an.
Wenn ihr mehr über die spannenden Anfangsjahre unserer Stadt wissen wollt, bucht doch mal eine Nachtwächter-Führung durch die Altstadt. Hier werden euch stimmungsvoll im Laternenlicht wichtige Plätze in der Altstadt und die dazugehörigen Geschichten nähergebracht.
2. Hofgarten & Schloss Jägerhof: ein Park für alle und höfische Geschichten

Der Hofgarten ist mehr als der zentrale Park unserer Stadt. Der älteste Teil unserer grünen Lunge wurde schon 1769 angelegt und von Kurfürst Karl Theodor „zur Lust der Einwohnerschaft“, öffentlich zugänglich gemacht. Damit ist der Hofgarten der erste und älteste Volksgarten Deutschlands. Damals waren die Grünanlagen noch deutlich größer und Düsseldorf deutlich kleiner, so dass sich der Park und das darin liegende Schloss Jägerhof vor den Toren der Stadt befanden – heute kaum vorstellbar.
Das Schloss selbst ist etwas älter als der umliegende Park. Es wurde wurde zwischen 1752 und 1763 als Lustschloss für Kurfürst Karl Theodor errichtet. Im Laufe der Geschichte diente es unter anderem als Lazarett, drohte zu verfallen und wurde 1811 für einen Besuch Kaiser Napoleons aufwendig renoviert. Napoleon blieb zwar nur vier Tage, aber die Restaurierung hat sich trotzdem gelohnt – sonst wäre Düsseldorf heute sicherlich um ein Schloss ärmer. Damals war es übrigens deutlich größer und verfügte über zwei imposante seitliche Flügel. Diese wurden 1910 abgerissen, um in der schnellwachsenden Stadt Platz für die Jacobistraße zu schaffen. Heute beheimatet das Schloss Jägerhof unter anderem das Goethe-Museum.
3. Kaiserswerth: Ruinen und mittelalterliche Dramen
Kaiserswerth liegt im Norden von Düsseldorf und fühlt sich beim Besuch wie eine Reise in eine andere Epoche an: Die Ruine der Kaiserpfalz, die romanische Basilica St. Suitbertus und enge Gassen erzählen von strategischer Lage und Machtkonflikten am Rhein. Bereits um 700 entstand hier ein Benediktinerkloster, das den Ort zu einem bedeutenden Ausgangspunkt der Stadtentwicklung machte.
Mit dem Bau einer ersten Kaiserpfalz im 11. Jahrhundert wurde Kaiserswerth früh zur Festung und erhielt schon im 12. Jahrhundert Stadtrechte und marktwirtschaftliche Privilegien. Hier spielten im Mittelalter dramatische Intrigen – etwa die spektakuläre Entführung von König Heinrich IV. durch den Kölner Erzbischof Anno II.. Entführungen von Thronfolgern gehörten zu den politischen Mitteln jener Zeit, und die Rivalität mit Köln ist Teil der dramatischen Geschichte dieses Ortes. Im 12. Jahrhundert verlegte der legendäre Kaiser Friedrich Barbarossa den Rheinzoll nach Kaiserswerth und ließ die Pfalz erheblich verstärken – die heute sichtbaren Mauerreste stammen aus dieser Zeit.
Erst 1929 wurde Kaiserswerth in die Stadt Düsseldorf eingemeindet, bewahrt aber bis heute seinen historischen Charme, den Besucher bei einem Rundgang durch die engen Gassen und rund um die romanische Basilika St. Suitbertus hautnah erleben können. Der Spaziergang zwischen Ruine, Kirche und Rhein macht Politik und Alltag des Mittelalters bis heute spürbar. In Kaiserswerth gibt es ebenfalls stimmungsvolle Nachtwächter-Führungen, die Legenden und Hintergründe besonders atmosphärisch vermitteln.
4. Moderne Geschichte: U-Bahn-Bau, ArcheoPoint und die Rückkehr zum Rhein

Die jüngere Stadtgeschichte zeigt sich besonders in großen Bauprojekten: Der Bau der U-Bahn in den 80er Jahren und der ergänzenden Wehrhahn-Linie in den Nuller- und Zehnerjahren haben das Gesicht und die Verkehrssituation der Stadt in die Zukunft gebracht. Das beim Graben in der Tiefe auch oft ein Fenster in die Vergangenheit geöffnet wird, kann man nun im U-Bahnzugang zur Wehrhahnhlinie an der Corneliusstraße mit eigenen Augen sehen. Im dortigen „ArcheoPoint“ findet man eine Übersicht über die zahlreichen Fundstücke, die beim Bau der Wehrhahnline zutage traten. Diese reichen von Festungsmauern über Senftöpfchen bis hin zu einem Mammutzahn, der dort auch zu besichtigen ist. Der ArcheoPoint macht sichtbar, wie viele städtische Schichten unter unseren Füßen liegen. Der Eintritt ist kostenlos.
Ein weiterer Meilenstein in der neueren Düsseldorfer Geschichte ist die Tieflegung der Rheinuferstraße – heute: der Rheinufertunnel. Zunächst umstritten ist dies eines der wichtigsten Projekte der Stadt: durch das Verlegen des Verkehrs unter die Erde gewann Düsseldorf eine Uferpromenade, die das Leben der Stadt am Rhein grundlegend verändert hat. Wer heute am Rheinufer sitzt, spaziert oder feiert, profitiert direkt von diesem technischen Mammutprojekt.
Eine Stadt wie Düsseldorf ist immer im Wandel und voller lebendiger Entwicklung. Unsere Stadtgeschichte ist nicht nur Vergangenheit, sondern entsteht jeden Tag neu. Mit neugierigem Blick in die Zukunft dürfen wir gespannt sein, wie sich unsere historischen Orte weiter entfalten und welche neuen Orte und Geschichten dazukommen..
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